Glauben spüren, Weite wagen

„Blick` in den Rückspiegel, da liegt der Alltag - Hochfügen begeistert“

- 37 Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule Cloppenburg tauschten ihren gewohnten Alltag für eine Woche gegen Berge, Schnee und Skifahren -

Ein Bericht von Juli Lehmann und Nicole Schmidt

Wie die Begeisterung aussah, die das Skigebiet Hochfügen in Österreich uns seit unserem ersten Morgen auf unübersehbaren, die kurvenreiche Straße säumenden Plakaten ankündigte, durften wir, der Sportkurs „Ski Alpin“ des 12. Jahrgangs, unter kompetenter Anweisung unserer Lehrerinnen und Lehrer Birgit Lucassen, Florian Quaing, Markus Stindt und Katharina Grammel selbst erfahren.

Jene Begeisterung wurde bereits in Form von Vorfreude im Sport-Vorbereitungskurs im vergangenen Halbjahr geschürt und schließlich in der langersehnten Skiwoche belohnt.

Der Großteil aller Teilnehmer sollte nun das erste Mal auf Skiern stehen und langsam, aber gezielt an die neue Sportart herangeführt werden, was bereits auf den flachsten Pisten zu den ersten Stürzen und Erfahrungen von Kontrollverlusten führte, denen aber mit Geduld und Humor begegnet wurde, was den Einstieg bedeutend erleichterte und das Gefühl der Gemeinschaft von Anbeginn an förderte. Unterstützt wurde es von kollektiven Gesängen im Bus (Adel Tawil „Lieder“) , auf dem Flur der Unterkunft oder während des gemeinschaftlichen Aufwärmens („Der Dackel Waldemar“). Auch der offene allabendliche Austausch unserer “gute[n] [und] schlechte[n]Zeiten” und die gebührende Wertschätzung unserer nominierungswertesten Aktionen brachte uns zusammen und sorgte für einen heiteren Abschluss des Tages. Der Ehrentitel “Eumel des Tages”  wurde so vergeben und der Ausgezeichnete hatte  eine mit dieser Bezeichnung versehene Warnweste am Folgetag zu tragen. Ein weiteres Highlight war der "Bunte Abend", an dem wir Schülerinnen und Schüler verborgene schauspielerische, tänzerische und gesangliche Talente zeigten, die für viel Heiterkeit sorgten.

Neben dem zurückgelassenen Alltag wurde uns täglich am Straßenrand kurz vor der Ankunft im Skigebiet “Nur noch 1 km, dann 88 Pistenkilometer - Hochfügen ist das Höchste” angekündigt. Für uns bedeutete das, dass die Abfahrten länger wurden, die Forderungen unserer erworbenen Fähigkeiten nicht abnahmen und wir uns auf unser Können und die Anweisungen verlassen mussten. Das unerlässliche wechselseitige Vertrauen zwischen uns Schülerinnen und Schülern und unseren Lehrerinnen und Lehrern wuchs, gab uns Sicherheit und Vertrauen und half uns, Schwierigkeiten zu überwinden und unsere Begeisterung nicht zu verlieren und neben zahlreichem Lachen, auch immer wieder die Ernsthaftigkeit bestimmter Lagen zu erkennen und nach bestem Vermögen damit umzugehen.

Auch wenn uns die frische Luft, die Bewegung und auch die eine oder andere kürzere Nacht im Laufe der Woche die Müdigkeit ins Gesicht zeichneten, erweckte der Anblick des Plakates, das „Noch 50 Meter, jetzt bloß nicht durchdrehen“ versprach, noch immer eine allgemein wohlgesonne Vorfreude auf den vor uns liegenden Tag, der neue Erkenntnisse, Erlebnisse und Stürze garantierte.

Das Frühstück und das Abendessen im Hotel „Eberleitner“ in Bruck war jeweils krönender Auftakt und Abschluss eines jeden Skitages. Duftendes, warmes, selbstgebackenes Brot am Morgen und frisch gekochtes, abwechslungsreiches und reichhaltiges Abendessen war die Belohnung unserer Wirtin Sonja nach einem anstrengenden Skitag.

Mit der Tatsache, dass die Prüfung der Fahrfertigkeit eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin mit jedem Tag unausweichlich näher rückte, wuchs auch die Bedeutung von „Noch ein paar Kurven - dann nur noch Carven“, was sich auf die Kontrolle des Fahrens und Stellung der Skier bezog und bei dem einen oder der anderen noch Unstimmigkeiten zwischen der vorausgegangenen Absicht und dem nachfolgenden Resultat hervorrief.

Trotzdem hatten wir letztlich alle genug des uns mit großer Ausdauer und Beharrlichkeit Beigebrachten behalten, um unsere Prüfung zu meistern und im Anschluss unsere Skitaufe zu zelebrieren, mit der man uns einen neuen wohldurchdachten Namen verlieh, der uns von nun an in der Familie der Skifahrer begleiten wird.

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