Glauben spüren, Weite wagen

Liebfrauenschüler erfolgreich bei Chemie-Wettbewerb


Leon Sieverding unter den drei besten Teilnehmern Niedersachsens

Im Auswahlverfahren zur 48. Internationalen ChemieOlympiade hat sich Leon Sieverding für die dritte und damit vorletzte Ausscheidungsrunde qualifiziert. Diese findet im März unter den bundesweit 60 besten Schülern in Göttingen statt. Das große Ziel ist aber die Finalrunde in Pakistan, zu der nach einer weiteren Qualifikationsrunde in Kiel vier deutsche Jungchemiker geschickt werden.

Der 18-jährige Schüler der Liebfrauenschule Cloppenburg konnte sich in den ersten beiden Wettbewerbsrunden gegen mehrere hundert Teilnehmer aus ganz Deutschland durchsetzen. Zunächst musste er theoretische Aufgaben, die über die Themenbereiche der Oberstufe hinausgehen, in Hausarbeit lösen. Dann galt es für ihn in einer dreistündigen Klausur sein Wissen über die Chemie unter Beweis zu stellen. Dabei erreichte der angehende Abiturient den dritten Platz in Niedersachsen.
Auch der betreuende Chemielehrer Dr. Holger Staats freut sich: „Traditionell schneiden wir ja nicht ganz schlecht bei der Chemieolympiade ab (s. ältere Berichte; d. Red.), aber Leon ist schon ein Ausnahmetalent. Selbst für mich als Chemielehrer sind das schon knifflige Aufgaben, die man nicht so im Vorbeigehen löst. Bei Leon kommt neben den grundsoliden Fachkenntnissen einfach auch eine rasche Auffassungsgabe und kluges Kombinieren mit hinzu. Für Göttingen wünschen wir viel Erfolg. Ich bin sicher, dass Leon auch das gut hinbekommen wird."
Zur Belohnung durfte der Zwölftklässler im Januar auf einem fünftägigen Chemie-Seminar in Hannover praktische Erfahrungen in Industrie und Forschung sammeln. Dazu waren die 15 erfolgreichsten Wettbewerbsteilnehmer aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen eingeladen worden. An den ersten drei Tagen ermöglichte die Universität Hannover mit praktischen Laborversuchen und Vorträgen einen Einblick in den Bachelor-Studiengang Chemie. So konnten die Schüler unter anderem mit einem sogenannten Rasterkraftmikroskop winzig kleine Höhenunterschiede im Nanometerbereich auf ansonsten glatt erscheinenden Oberflächen sichtbar machen.
In der zweiten Wochenhälfte besuchte die Gruppe der 15- bis 19-Jährigen den Chemiekonzern Honeywell am Standort Seelze. Experten aus Labor, Produktion und Marketing informierten die Schüler über die vielfältigen Einsatzbereiche in der chemischen Industrie. Neben Vorträgen und Gesprächsrunden kam auch der praktische Anteil im Ausbildungslabor des Unternehmens nicht zu kurz. Abgerundet wurde der Besuch mit einem Werksrundgang durch die verschiedenen Produktionsstätten.
Wer sich lieber erstmal über den Chemie-Unterricht an der Liebfrauenschule informieren möchte, hat am kommenden Samstag, dem 6. Februar, ab 10 Uhr die Gelegenheit sich auf dem Tag der offenen Tür des Cloppenburger Gymnasiums umzusehen.