Schulstiftung St. Benedikt

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Schärfung des Medienbewusstseins


- Zehntklässler der Liebfrauenschule widmen sich dem „Studium Fundamentale“ -

„Wir haben gelernt zu hinterfragen. Diskussionen sind kein Streit, sondern ein Miteinander, um zur bestmöglichen Lösung zu kommen.“ (Jonas Merling)

Was passiert in der Welt, wie kann ich das verstehen und wie finde ich das? Dem Vorbild Sokrates, dem unermüdlichen Fragensteller der Antike, folgend erprobten die Zehntklässler der Liebfrauenschule die Kunst des Fragens, des Denkens und des richtigen Lebens.

Bereits im vergangenen Dezember begann das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung unter der Leitung von Pfarrer Dr. Marc Röbel und Alexander Rolfes. Das Bewusstsein für die Wahrheit, für die eigene Identität und die Fähigkeit des selbstständigen Denkens waren für den Philosophen Sokrates von zentraler Bedeutung für ein gelingendes Leben. Im Rahmen eines Vortrags, u.a. in Form eines Rollenspiels, erhielten die Gymnasiasten den grundlegenden Einblick in die sokratische „Hebammenkunst“, bei der durch geschickte Fragestellung zu eigenständigem Hinterfragen und Handeln angeregt werden soll. Dieses sollte im Hinblick auf das Projektthema „MedienBewusstSein“, das der Jahrgang zuvor selbst gewählt hatte, angewandt werden.
In den darauffolgenden Wochen widmeten sich die Schüler in Doppelstunden am Nachmittag jeweils verschiedenen Themen wie bspw. sprachliche Manipulation in Texten, Beeinflussung durch Serien und Werbung, Schaden und Nutzen von Digitalisierung und Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Dabei ging es darum, ein Bewusstsein für die verantwortungsbewusste Mediennutzung zu schaffen. Im Anschluss an das mehrwöchige Philosophieren fand ein zweitägiges Seminar in der Katholischen Akademie Stapelfeld statt. „Ich denke“, das bedeutet die Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Stimme, die Aufnahme, die Auswertung und die Bewertung von Informationen. Platons Höhlengleichnis verdeutlichte den Schülern, dass es sich lohnt, auch gegen Widerstände nach Erkenntnis zu streben und sich eine Welt der Ideen hinter dem bereits Bekannten vorzustellen. Auf die heutige Zeit übertragen stellten die Schüler fest, dass man zwar gerne öfter den eigenen Horizont erweitern und Offenheit für etwas Neues zeigen würde, man aber allzu häufig in seinen Grenzen verharrt. Angeregt durch Ausschnitte aus dem Film „Matrix“ mussten sich die Schüler begründet entscheiden, ob sie die „ganze Wahrheit“ kennen wollten, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen. Sokratische Dialoge wurden daraufhin in Kleingruppen zu konkreten Fragestellungen (Glück, Arbeit, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz) erarbeitet und vorgestellt.
In mehreren Workshops mit externen Referenten erprobten die Jugendlichen das Debattieren und sie vertieften den Umgang mit Texten und Informationen aus dem Internet sowie mit Instagram. Der Frage nach der Selbstdarstellung, die den Menschen schon immer umtreibt, gingen sie mithilfe eines kreativen künstlerischen Zugangs nach. Außerdem wurden eigene Podcasts erstellt.
Den Abschluss des „Studium Fundamentale“ bildete die Vorstellung der Ergebnisse im Plenum. Dass sich die vertiefte Auseinandersetzung mit einem bestimmten Themenschwerpunkt lohnte, bewiesen die Gymnasiasten in vielfältigen Vorträgen und Präsentationen.
Das Ziel dieses Projekts ist es, den Zehntklässlern bereits frühzeitig einen Einblick in das propädeutische Arbeiten zu geben, das in der gymnasialen Oberstufe sowie in einem Studium von Bedeutung ist.
„Es hat Spaß gemacht und es war sehr hilfreich, weil wir die Themen mal ganz anders bearbeitet haben und über unseren bisherigen Horizont hinausdenken konnten.“ (Marvin Gemmel)
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