Schulstiftung St. Benedikt

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Die Hauptstadt von Kiribati heißt....?


Kollegin Gesa Saathoff auf Kiribati

Hier ein paar Fun-facts: Die Landfläche von Kiribati beträgt 811km2 (Deutschland: rund 360.000km2; Cloppenburg 70km2). Diese Landfläche verteilt sich im Pazifik auf ein Gebiet von 5.200.000km2 (Europa 10.180.000km2).
Die Fußballnationalmannschaft von Kiribati hat seit der Unabhängigkeit 1979 an keiner WM teilgenommen. Ohnehin gab es seither erst neun  Partien. Alle Spiele waren Auswärtsspiele, da es keinen regelkonformen Fußballplatz auf Kiribati gibt. Rekordtorschütze des Teams ist Laurence Nemeia mit zwei Toren. Beliebter Sport in Kiribati ist Oreano (???).
Die Reise dorthin dauert 50 bis 52 Stunden. Egal ob man "linksrum" oder rechtsrum" anreist.
Die örtlichen Restaurants und Cafés haben oft Wlan.
Die Hauptstadt heißt South Tarawa.

Dort lebt und arbeitet derzeit unsere Kollegin Gesa Saathoff (Englisch, Geschichte) und berichtet von dort sehr lesenswert:

"Mauri!
Während sich in Deutschland die Weihnachtszeit unaufhaltsam nähert und die Tage sehr kurz werden, ist es hier in Tarawa sonnig bei gut 30°C im Schatten. Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, darüber sind wir immer sehr froh. Wie alle Atollinseln hat auch Tarawa nur kleine Süßwasservorkommen und wir sind darauf angewiesen, dass der Regen unsere Wassertanks füllt.

Auch wenn sich das Wetter aus dem norddeutschen Novembergrau heraus paradiesisch anhören mag, so ist das Leben hier alles andere als paradiesisch. Tarawa leidet unter massiver Überbevölkerung und Betio, der Inselteil, in dem wir hier leben, ist ein Slum. Auf praktisch jedem Grundstück sind um das ursprüngliche Wohnhaus kleine Hütten, Buias, gebaut worden, um Platz für die von den „outer islands“ stammenden Verwandten zu finden, die sich hier auf dem Hauptatoll ein besseres Leben erhoffen. Ihre Kinder sind häufig nirgendwo erfasst und so ergibt sich, wenn man hier vormittags durch den Ort geht, ein ungewohntes Bild – lauter Kinder im schulpflichtigen Alter spielen auf der Straße. In den Schulen selbst ist das Bildungsniveau in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken und Englisch, theoretisch Amtssprache in Kiribati, wird kaum noch vermittelt, dabei ist es die Voraussetzung für eine Arbeit im Ausland. Die ist angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50% oft lebenswichtig.

Trotz dieser in unseren Augen einigermaßen trostlosen Lage sind die Menschen hier fröhlich und gelassen. Gemeinschaft, die der erweiterten Familie genauso wie die der Dorfgemeinschaft, hat nach wie vor einen unglaublich hohen Stellenwert. Jeden Abend treffen sich Menschen in den Maneabas, den Versammlungshäusern. Hier wird Bingo gespielt, gegessen, geschlafen, getanzt und Gottesdienst gefeiert.

Teil dieser Gemeinschaft sind wir als I-Matangs, als Ausländer, nicht. Die kiribatische Gesellschaft ist eine geschlossene, und es gibt hier jenseits der Arbeit leider nicht viel Kontakt zwischen den I-Matangs und den I-Kiribati. Umso wichtiger ist für uns deshalb die bunte Expat-Gemeinschaft aus australischen und neuseeländischen Botschaftsmitarbeitern, Entwicklungshelfern und Freiwilligen aus aller Welt. Die Gespräche gehen dabei nahtlos vom Frust über das Inseltempo (laaaangsam) über die allgemeine weltpolitische Lage zu den wirklich wichtigen Fragen über. Gibt es irgendwo auf der Insel noch Milch zu kaufen? Hat iMart wieder Müsli? Und warum hat der einzige Schlachter auf der Insel schon wieder zugemacht? Bist du Weihnachten auf der Insel?

Ich werde Weihnachten auf der Insel sein und im Garten unter Palmen die Lebkuchen essen, die wir aus Australien mitgebracht haben. Es wird mir ein bisschen merkwürdig vorkommen. Aber es ist eine tolle Erfahrung, eine Welt kennenzulernen, die unserer eigenen so diametral entgegengesetzt ist. Lebkuchen unter Palmen sind ein schönes Bild dafür."

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