Schulstiftung St. Benedikt

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"Du dumme Pute" - eine krasse Beleidigung


WPK "Boomregion Oldenburger Münsterland" besucht Hof Behrens

"Du dumme Pute" ist eine echt krasse Beleidigung. Mit diesen Worten begann unsere Hofführung auf dem Bauernhof des Landwirts Wolfgang Behrens, den wir mit unserem Wahlpflichtfach „Boomregion – Oldenburger Münsterland“ im Jahrgang 9 in Begleitung mit Frau Colmer besucht haben. Nach einer sechs Kilometer langen Fahrradfahrt erreichten wir den Hof in Westeremstek und Herr Wolfgang Behrens begrüßte uns freundlich.

Anfangs erzählte uns Herr Behrens von der Entstehung des Hofes. Der Hof wurde im Jahr 1050 erstmals erwähnt. Damals hatte der Hof ein paar Kühe und Schweine, doch von Generation zu Generation vergrößerte sich der Hof, nicht nur durch harte Arbeit, sondern auch durch Heiraten einer „Stäebruut“ (Eine Bauernfamilie mit ausschließlich Töchtern. Die älteste Tochter war die Erbin des Hofes =Stäebruut.) Heute bewirtschaftet der Landwirt mit seiner Familie und mit Angestellten 125 ha Acker und mästet 2000 Schweine und mehrere Tausend Puten. Besonders eindrucksvoll war die Besichtigung von Tausenden Putenküken in einem riesigen Stall. Vorher mussten wir Schutzanzüge anziehen und über unsere Schuhe Plastikbeutel stülpen. Die Küken waren sehr neugierig und pickten an uns. Doch Herr Behrens erzählte uns von den schwierigen Anfängen der Putenmast. Zu Beginn der Mast muss er alle vier Stunden nachschauen, ob die Küken anfangen zu fressen. Das wäre nicht selbstverständlich, sie müssten erst lernen, dass richtige Futter zu finden und nicht die Streu im Stall zu fressen, daher die „dumme Pute“. Bis zur Schlachtung wechseln die Puten die Ställe entsprechend ihres Wachstums. In nur 13 Wochen nehmen die Puten dass 400fache ihre Anfangsgewichtes zu, bevor sie mit 25 kg in die Geflügelschlachterei Heidemark nach Ahlhorn geliefert werden. Die Küken bekommt Herr Behrens aus Bösel von der Brüterei Kartzfehn und das geschlachtete Tier wird von Heidmark weiterverarbeitet. Interessant für uns, da alle Beteiligten im Landkreis Cloppenburg ansässig sind. Neben der Putenmast mästet Herr Behrens auch noch Schweine. Auch hier konnten wir in die Ställe gehen und die Schweine anschauen, die kurz vor der Schlachtung standen. Nach 110 Tagen kommen die Schweine in die Schlachterei Goldschmaus nach Garrel. Einen Teil seiner Ferkel züchtet Herr Behrens zusammen mit einem befreundeten Landwirt. Damit möchte er u.a. auch die Qualität seiner Schweine sicherstellen. Auch in der Schweinemast sind alle Produktionsschritte in unserer Region vereint. Beim abschließenden Gespräch erzählte uns Herr Behrens von seinem Arbeitsalltag und uns wurde klar, wie wichtig die Arbeit eines Landwirts ist. Zum Abschluss unseres Besuches bekamen wir für unsere Rückfahrt noch eine Stärkung. Die Lebensgefährten von Herr Behrens servierte uns Putenschnitzel, die köstlich schmeckten.

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